W a h r n e h m u n g  u n d  R a u m

 

Seit längeren Aufenthalten in New York Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre spielt die Wahrnehmung der Umgebung, in der ich lebe, eine besondere Rolle. Verschiedene Elemente urbaner Großstadtarchitektur werden zum Ausgangspunkt meiner Arbeiten .

Mit dem Titel Boxes beinhalten die Objekte Begriffe wie Behälter oder Schachtel/Kasten bis hin zu architektonischen Elementen wie Fensterstrukturen, Dachaufsätze, Belüftungsinstallationen oder gar Architektur selbst (Box=Haus).

Die seriellen Variationen von offenen und geschlossenen Volumen treten als Reihung auf dem Boden oder an der Wand in Beziehung zum umgebenden Raum.

 

Seit einem Arbeitsaufenthalt in Paris 1996/97 steht dabei vor allem das Fenster als Thematisierung von Licht und Raum im Mittelpunkt. Das Fenster verbindet Innen und Außen, privaten und öffentlichen (Stadt-)Raum. Oft ergeben sich bei näherer Betrachtung der Objekte neue Perspektiven, Formverschiebungen und Farbkonfigurationen. Einige monochrom gehaltene Objekte werden erst durch einfallendes Licht und dabei entstehende Schatten in ihrer perspektivischen Wirkung wahrgenommen.

 

Die Fenster-Arbeiten führen zu Keil-Arbeiten (entspricht schrägen Öffnungen).

Die Keilarbeiten sind oft zweiteilig, wobei die unterschiedliche Positionierung der zwei Elemente zueinander die Ansicht extrem und überraschend verändern kann.

Das Volumen, die Farbe, das Licht und die Perspektive der Wahrnehmung sind Thema und werden zur konkreten Erfahrung der Arbeit. Die verschiedenen monochromen Farben klingen zusammen, abstrakt und autonom in der Form der Komposition, ohne dass irgendeine Abbildhaftigkeit darin zu spüren ist.

Die Arbeiten sind zugleich Malerei und Plastik im Raum.

 

Parallel dazu entstehen Serien von druckgraphischen Arbeiten, die in freier Form die verschiedenen Ansichten der Objekte widerspiegeln bzw. die Veränderungen der Wahrnehmung eines Raumes aufzeigen. Interessant ist dabei, die Sicht zwischen zweiter und dritter Dimension auf dem Papier offen zu lassen, was die räumliche Wahrnehmung der dargestellten Räume beim Betrachter noch steigern kann.

 

In der Konsequenz der Arbeit entstehen in den letzten Jahren Klapp- und Schiebeobjekte. Das Erscheinungsbild kann durch den Betrachter selbst verändert werden, indem er das Bild auf- und zuklappt bzw. die Flächen verschiebt. Die Veränderbarkeit der Erscheinung der Objekte ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten. Hier kann der Betrachter eigene Seherfahrungen machen. Er greift m.o.w. zufällige Konstellationen auf - beliebige andere Stadien bleiben der Imagination überlassen.

Seit 2003 entstehen neue Schiebeobjekte mit Flächen aus farbigem Acrylglas - durch seine Transparenz eröffnet es eine ganz neue Dimension. Die Farben mischen sich, es entstehen Farbräume aus mehreren Schichten, die sich addieren, verdichten und auch wieder auseinanderziehen lassen.

Eine zusätzliche Erweiterung entsteht durch die Spiegelung des Raumes und des Betrachters.

Die eigene Wahrnehmung entscheidet, ob die Sicht des Objektes oder die der Spiegelung

hervortritt, wobei die Sichtweisen wechseln können.

 

Da die Idee der Arbeiten eng mit dem Raum bzw. der Architektur zusammenhängt, ist es eine logische Konsequenz, die Objekte auch wieder dialogisch mit ihr in Verbindung zu bringen. In Ausstellungen oder auch in permanenten Installationen sollen die Arbeiten mit dem Raum idealerweise ein solches Verhältnis eingehen, dass sich die Wahrnehmung beider verändert.